Letzte Aktualisierung am 03.02.2020

 

Mangelerscheinungen können nachhaltige körperliche und mentale Probleme auslösen. Deshalb wird einem Nährstoffmangel durch Nahrungsaufnahme vorgebeugt. Doch wie sieht es mit dem Bewegungsmangel aus? 

 

Laut einer aktuellen Studie(1) führt vor allem der Schulalltag dazu, dass Kinder und Jugendliche im Schnitt 71 % ihrer Wachzeit an Werktagen sitzend verbringen. Dieser Wert entspricht ca. 8 bis 12 Sitzstunden pro Tag. Bis zum Schulabschluss wächst die Sitzzeit stetig an.

 

So wird dem Bewegungsmangel weder vorgebeugt noch entgegengewirkt. Dabei sind die Folgen gravierend. Je geringer die Bewegungszeit, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht und damit verbundene Krankheitsbilder.

 

Sportunterricht und Nachwuchstraining sind die einzigen organisierten Maßnahmen gegen den Bewegungsmangel. Sie müssen deshalb einen hohen Bewegungsanteil beinhalten. Wie Ihr in großen Gruppen für viel Bewegungszeit sorgt, zeigen wir Euch mit zwei Praxiseinblicken.

 

Praxiseinblicke

                           

Übe in kleinen Gruppen

                            

 

Die Abbildung zeigt Euch die typische Organisation einer Pendelstaffel. Das Beispiel der Pendelstaffel wurde gewählt, da zahlreiche Übungsformen einen ähnlichen Ablaufcharakter haben. 

 

Arbeite ich bei 20 Teilnehmern in 10er-Gruppen, sind immer nur 2 Teilnehmer aktiv, während 18 Teilnehmer inaktiv sind. Zudem ist die inaktive Wartezeit bis zum nächsten Versuch sehr lang. Solange Ihr nicht gezielt an der Schnelligkeit arbeitet, sind diese Pausen überflüssig.

 

Deshalb bietet es sich an, mit 4er-Gruppen zu arbeiten. Hier sind zwar immer noch 15 Teilnehmer inaktiv, die inaktive Wartezeit bis zum nächsten Versuch nimmt allerdings deutlich ab. Dieses Grundgedanke lässt sich auch auf sportartspezifische Übungsformen übertragen. 

 

                                  

Spiele in Miniformaten

                           

 

Miniformate der Sportspiele sind Turnierformen vorzuziehen, bei denen die Hälfte der Gruppe draußen sitzt. Miniformate erhöhen die individuelle Bewegungszeit und eignen sich zudem optimal zur Vermittlung und Vertiefung technisch-taktischer Fertigkeiten.

 

Die Abbildung zeigt Euch das 2 vs. 2 Zielspielerspiel, eine Minivariante des Fußballs. Ein Team besteht aus drei Mitgliedern. Zwei Teammitglieder spielen im Feld gegen zwei Gegenspieler. Das übrige Teammitglied steht hinter einem Hütchentor. Ein Team erhält einen Punkt, wenn es das Teammitglied hinter dem Hütchentor anspielt. Das Teammitglied im Hütchentor wird nach einer Minute gewechselt. Ein Spiel dauert drei Minuten. Danach erhält jedes Team einen neuen Gegner.

 

Weitere Organisationsformen für das Training mit großen Gruppen auf kleinen Flächen behandeln wir in unserem individuellen Trainercoaching sowie auf vereinsinternen Fachabenden zur Trainingsplanung.

 

(1) Titel und Autoren der Untersuchung

Analyse der Sitzzeiten von Kindern und Jugendlichen zwischen 4 und 20 Jahren

G. Huber & M. Köppel

April 2017 

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