Letzte Aktualisierung am 07.02.2020

 

Fangespiele gelten im Kinder- und Jugendtraining als geeignetes Mittel zur Entwicklung der Schnelligkeit. Allerdings lässt sich nicht jede Form der Schnelligkeit mit demselben Fangespiel trainieren. In kleinen Spielfeldern wird z. B. verstärkt die Reaktionsschnelligkeit trainiert. Die lineare Sprintschnelligkeit wird dahingegen nicht trainiert, wenn aufgrund der geringen Feldgröße keine Maximalgeschwindigkeit zu erreichen ist oder die Belastungsdauer des Fangespiels eher einem Ausdauertraining gleicht. 

 

Die Belastungsmerkmale eines Fangespiels müssen demnach so gestaltet sein, dass sie die gewünschte Form der Schnelligkeit widerspiegeln. Daher sind klassische Fangespiele für das Training der linearen Sprintschnelligkeit meist ungeeignet. Sie ermöglichen nur selten das Erreichen von Maximalgeschwindigkeiten, auch aus Gründen muskulärer Ermüdung, die mangels Erholungspausen schnell zunimmt.

 

Für das gezielte Training der linearen Sprintschnelligkeit sind somit andersartige Fangespiele notwendig, die folgende Belastungsmerkmale aufweisen:

 

I1I die Trainierenden erreichen ihre Maximalgeschwindigkeit,

I2I die Aktion endet nach spätestens 8 Sekunden,

I3I "vollständige" Erholung zwischen zwei Sprints.

 

Zudem gilt es Bedingungen zu schaffen, in denen die Trainierenden zentrale Bewegungsmerkmale der Sprinttechnik, wie etwa den Aufsatz und Abdruck über den Vorderfuß, zunehmend vertiefen können. In unseren Praxiseinblicken präsentieren wir Ihnen und Euch zwei mögliche Ansätze zur dementsprechenden Abwandlung von Fangespielen. 

 

Praxiseinblicke

Ball-Praxis-Mannschaftstraining

                           

Zeitfange nach Farben

                            

 

Bilde zwei Teams. Teile den Kindern eine Farbe zu.

I1I Du gibst das Startsignal. I2I Danach hat das erste Kind 8 Sekunden Zeit, um ins Feld zu sprinten und I3I ein Kind derselben Farbe zu fangen. Der Versuch endet, sobald die Zeit abgelaufen ist oder ein Kind gefangen wurde. Der Fänger stellt sich wieder an. I4I Sobald er das Feld verlassen hat, gibst Du das nächste Signal. 

I5I Nach drei bis vier Versuchen pro Kind wechseln die Teams ihre Aufgaben. Spiele insgesamt drei Runden.

 

Variante: Kinder an der Startlinie haben je ein Leibchen im Hosenbund. Sie sind keine Fänger, sondern Läufer. Die Fänger befinden sich diesmal im Feld. Der Läufer muss vor Ablauf der Zeit über die hintere Feldlinie laufen, ohne das Leibchen an gleichfarbige Fänger zu verlieren.

 

Ihre Maximalgeschwindigkeit erreichen die Kinder auf der Sprintstrecke. Die Einhaltung der Belastungszeit erfolgt durch das Zeitlimit. Die vollständige Erholung wird durch die Pausenzeit bis zum nächsten Versuch ermöglicht.

                          

Reaktionsjagd

                           

 

I1I Du gibst das Startsignal, indem Du eine Teamfarbe nennst. I2I Das Kind dieses Teams wird Fänger. Das Kind des anderen Teams wird zum Läufer. Es versucht über die Ziellinie zu kommen, ohne vom Fänger berührt zu werden. Vergrößere den Abstand zwischen den Startpositionen, falls die Läufer zu früh gefangen werden.

 

Die Erreichung der Maximalgeschwindigkeit sowie die Einhaltung der Belastungszeit wird durch den Abstand zwischen Start und Ziel sichergestellt. Die Pausenzeit bis zum nächsten Versuch ermöglicht eine fast vollständige Erholung.

 

Weitere Trainingsformen und entscheidende Coachingdetails thematisieren wir auf vereinsinternen Fachabenden zum fußballspezifischen Schnelligkeitstraining sowie in unserem Trainercoaching.

 

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